Undefinierte Konsumansprüche

Neulich traf ich mich mit 2 Leidensgenossen zum Mittagessen. Eigentlich war am Sonntag Vormittag nur ein Spaziergang durch die Fußgänger Zone angesagt. Der eine ist nämlich mit einer Chinesin verheiratet, der andere mit einer Filipina. Beide Damen sind seit weniger als 2 Jahren in Deutschland und haben sich vortrefflich integriert. D.h. Sie haben zügig Deutsch gelernt (konnten sie vorher gar nicht) und schauen sich derzeit auf dem Arbeitsmarkt um. Beide sehen auch gut aus, die Männer eher durchschnittlich, klassische Werktätige eben. Bescheidenes Einkommen. Beide Mädels sind schlank, haben einen guten Kleidungsstil, sind höflich, gesprächig und durchaus selbstbewusst. Da ich zwar mit großen Abständen, dennoch regelmäßig Kontakt halte, bin ich über die Entwicklung der Beziehungen recht gut im Bilde.

Die Ehen scheinen zu funktionieren, die Liebe ist nach fast 3 Jahren offensichtlich immer noch groß und die Zukunft scheint stabil.

Wenn also alles OK ist, warum schreibe ich hier etwas? Da muss doch noch was kommen. Richtig. Auch aus diesen, offensichtlich positiven Erfahrungen kann man noch etwas mitnehmen und für sich und seine Planungen berücksichtigen.

Eigentlich war es nicht vorgesehen, ich hatte spät gefrühstückt und zu viel Zeit wollte ich nicht verwenden. Der Formel 1 Start um 14.00h rief. Und ich war schon dabei mich zu verabschieden. Auf einmal hörte ich von beiden Damen : „ich habe Hunger“ ! Und obwohl ich leichtes Zögern meiner Freunde bemerkte, kam keine Ablehnung. Ich hatte auch irgendwie den Eindruck, dass, wenn die Frau was sagt, der Mann zu folgen hat. Da war die Chinesin noch ein Stück dominanter, bestimmender als die Filipina.

Also wurde flott das nächste Restaurant angesteuert. Ein ordentliches Restaurant, kein fastfood. Machte alles einen sehr selbstverständlichen Eindruck. Ich wollte natürlich nicht der Spielverderber sein und ging also mit. Meine Formel 1 hatte ich mir da schon abgeschminkt.

Wir konnten zügig bestellen und siehe da, jeder wollte nur eine Kleinigkeit. Wunderbar, dachte ich mir, dann geht’s ja schnell. Getränke kamen und kurz danach auch die . . ich würde sagen Snacks. Durch das späte Frühstück reichte mir meine Vorspeise vollkommen. Den anderen beiden Männern ebenso. Richtig perplex wurde ich erst, als die Mädels aufgegessen hatten und nochmal nach der Karte fragten. Und beide orderten sich dann ein richtig teures, großes Fleischgericht, weil sie ja noch soooo viel Hunger hatten. Ich dachte mir nur: OOPS , da wird ja mal eben die Rechnung massiv nach oben geschraubt. Auch dieses Essen wurde recht zügig serviert und die Mädels aßen. Ich ahnte bereits, was kommen würde. Ich kenne die Frauen mit den großen Augen und den kleinen Mägen nur zu gut aus eigener Erfahrung. Und dann ging es los: „Schatz möchtest du mal probieren?“ war der Auftakt. Und schon wurde eine volle Gabel in Richtung Gatte geführt. Widerstrebend öffneten sie den Mund. Dann kam die zweite Frage : „Möchtest du nochmal?“ „Nein, danke, ich bin satt, iss du nur“

Ein paar Minuten Herumgestochere und dann das Unausweichliche: Ohne groß zu fragen nahm erst die eine, dann die andere ihren Teller und setzte diesen vor ihrem Mann ab. Große Augen, Fragezeichen. „Schatz, ich kann nicht mehr, Du musst weiter essen“. Diese Selbstverständlichkeit mit der das alles ablief empfand ich als unglaubliche Frechheit.

Erst diese komplette Fehleinschätzung des eigenen Hungergefühls. Dann dieses respektlose greifen in die Brieftasche des Mannes (wie geschrieben: beide keine Großverdiener) in dem man sich eines der teuersten Gerichte auf der Karte aussucht. Und dann erwarten, nachdem man gerade ein Drittel gegessen hat, dass der Mann den Fehler ausbügelt.

Mir lagen ein paar derbe Kommentare auf der Zunge, ich lies es.

Wenn ihr jetzt für euch feststellt : Hej, das ist doch OK, wenn meine Süße eine Wunsch hat, egal wie crazy der ist, ich erfülle ihn. Hauptsache sie ist glücklich und an einem Essen solls nun wirklich nicht scheitern, dann ja dann, braucht ihr eigentlich nicht weiter zu lesen.

Mir geht es hier um die gedankenlose Art, auf den Mann und seine Befindlichkeiten/Vermögen keine Rücksicht zu nehmen. Ist das normal? Und wie viel hat man als Mann zu tolerieren? Da wendet man sich der asiatischen Frau zu, um dem Anspruchsdenken der Deutschen Frau zu entgehen (einer von vielen Gründen) und dann, kaum sind sie ein paar Jahre im Westen assimiliert, tauchen die gleichen Muster auf. Liegt das an den Genen? Jetzt macht natürlich eine Schwalbe keinen Sommer. Aber ich glaube, dass bei aller Liebe es notwendig ist, gleich von Anfang an jede Art von Forderung konsequent abzulehnen. Bzw. klar zu machen, dass es eine absolute Ausnahme ist, wenn man Wünsche erfüllt. Wie Geburtstag, Jahrestag o.ä. !

Was meint ihr dazu, wie handhabt ihr das mit euren Frauen, Freundinnen?

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